Welche Geschichte erzählen Ihre Schuhe?

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Lady Ripp und Mister Tripps

Eigentlich ist der Paul Wunderlich daran schuld, dass Lady Ripp und Mister Tripps in der Schuhtickausstellung im Mainzer Landesmuseum gelandet sind. Bisher fand man diese zwei, mit ihren Schnürsenkeln zum Liebespaar verknüpften „Schuhe“ in Galerien – dort unerschwinglich oder zu zerbrechlich.
Der grönländische Kunstsammler Rakso Mäby hatte bereits beim ersten Anblick die geniale Idee, dieses verliebte Schuhpärchen für die Ewigkeit aus Metallbaukastenteilen nachzubauen. Die Metabaka-Kunst war geboren. Eine völlig neue Kunstart zum Anfassen/zum Rumschrauben und zum Spielen, preiswert und die Fantasie anregend zugleich. Für besonders Talentierte sogar zum Selbermachen. Jubel in der gelangweilten Kunst- und Macherszene, Aufhorchen in der interessierten Museums- und sensationslüsternen Medienwelt. Endlich kann auf einfache Art und Weise beim Gelingen Stolz und Glücksgefühl ausgelöst werden, durch Anerkennung das angeschlagene Ego gewaltig gestärkt werden und vor allem ist dabei ein zarter Hauch von Unsterblichkeit zu spüren.
Nun sind die ersten Metabaka-Kunstobjekte auf ihrer weltweiten Tournee in DER Stadt der Pfalz aufgetaucht, wo man bekanntlich nur an Fassenacht singt und lacht. Kaum zu glauben jetzt steppt der Schuh! Bereits kurz nach Ausstellungseröffnung strömt die begeisterte Bevölkerung in Scharen in ihr Museum und flippt, hippt und swippt den ganzen Tag im Schuhtickfieber.
Bei den Besuchern, bei denen der Spiel- und Basteltrieb aktiviert wurde, werden Fahrten in umliegende Bastel- und Spielwarenfachgeschäfte organisiert. Versehentlich in die Schuhtickausstellung geratene Schumi-Fans werden diskret zum Hockenheim- oder Nürburgring umgeleitet. Für die vom Kaufrausch- oder Schuhtickfieber Befallenen sind professionell geleitete Therapiefahrten in die größten und attraktivsten Mode- und Einkaufszentren Deutschlands vorgesehen. Unter anderem auch zur Rheingalerie in Ludwigshafen am Rhein, die kurz vor ihrer Eröffnung steht. Ein Einkaufsparadies der Superlative, wie die gesamte Fachwelt und vor allem unser allerliebstes Schneewittchen zwischen den Bergen zusammen mit ihren hochbegabten Sag-Du-Zu-Lu-Beraterzwergen unermüdlich und lauthals verkünden.
Ein Eldorado hochwertigster Bekleidungsartikel und vor allem SCHUHE, Schuhe so weit das Auge reicht, Schuhe aller Marken und Arten. Dies lässt natürlich die Herzen aller Schuhliebhaber, Fans und Fetischisten höher schlagen, manch einem aber auch beim Kauf die Sprache verschlagen.
Bei all diesen paradiesischen Zuständen, zum Teil utopischen Visionen, hält man jetzt am besten erstmal inne, schärft Verstand und Sinne und reibt sich aber dann vergnügt die Hände, denn so eine Geschichte ist noch lange nicht zu Ende.
Verfasser: Ullrich M.
06.02.2011 12:39
Bewertung: 3.2/5 (376 Stimmen)
Dies ist die Schuhgeschichte meiner Nachbarin, die sie mir gerade erst letzte Woche erzählte. Es geht um Skischuhe. Diese kaufte sie sich vor einem Jahr neu, um im anschliessenden Skiurlaub festzustellen, dass sie doch eine halbe Nummer zu groß waren. Also beschloss sie dieses Jahr sich wieder neue zu kaufen - die alten dann über Internet zu verkaufen. So geschehen stand sie dann in einem renommierten Fachgeschäft und hatte eine Auswahl an Skischuhen vor sich. Da sie notorisch Kaltfussträgerin ist, schrumpfte die Auswahl erheblich und es lagen die neuesten Modelle vor ihr - gefüttert mit Luftpolster und allem möglichen Schnickschack. Dieses Mal sollten sie aber passen und so stiefelte sie minutenlang in diversen Skischuhen durch den Laden - immer im linken - denn die rechten liegen ja auf Lager. Endlich entschieden hielt sie begeistert den Skischuh hoch, für den sie sich entschieden hatte - "der soll es sein". Was soll ich sagen - trotz intensiver Suche des Verkäufers fand sich der rechte Schuh nicht. Was bedeutete, dass irgendein anderer Käufer zwei RECHTE Schuhe gekauft hatte.....na dann - Ski heil ......
Verfasser: Strenge Natascha
04.01.2011 11:32
Bewertung: 2.9/5 (317 Stimmen)
1980 war ich auf einem Weltmusik-Konzert in Karlsruhe. Zwei Jazzflötisten sollten zusammen spielen, Paul Horn und Chris Hinze.
Zusammen mit Freunden hatte ich Karten ergattert und saß nun ganz außen am Seitengang, als es im Zuschauerraum still wurde, denn hinter uns erklangen zwei Flöten. Abwechselnd und gemeinsam "sprachen" die beiden Flöten miteinander, während die Flötisten selbst langsam links und rechts vom Publikum nach vorne gingen und sich dabei mit den Flöten Gruß- und Scherzworte zuwarfen.
Ich war damals jung und sehr aufgeregt, als die Flöte auf meiner Seite immer näher kam. Erst als ich sie direkt an meinem Ohr hörte, riskierte ich einen Blick nach links - und sah direkt vor meinen Augen ein paar harlekinbunte Männerschuhe, wie Patchwork zusammengesetzt aus Wildlederflecken in gelb, rot, grün und blau. Die Füße in den Schuhen wiegten sich im Takt der Musik, gingen weiter nach vorne. Für mich stand damals fest: wenn ich jemals selbst auf der Bühne stehe, will ich das ebenfalls in bunten Schuhen tun.
Heute arbeite ich als Geschichtenerzähler auf der Bühne, mal in roten, mal in blauen Schuhen - so führt das Leben vorübergehend zu Kompromissen - und ich bin immer noch auf der Suche nach bunten Harlekin-Herren-Schuhen aus Wildleder, Größe 45 bis 46.
Verfasser: Hartmut Fillhardt
02.01.2011 11:07
Bewertung: 2.9/5 (316 Stimmen)
Vor einigen Jahren machte ich mit meinem Mann eine Reise nach Portugal. Im Norden des Landes wurde eine Paddeltour auf einem Stausee angeboten die wir gebucht hatten. Nach den ersten Paddelversuchen ging es los. Auf den Booten verteilt Kisten und Fässer voll mit Lebensmitteln und persönlichen Sachen. Alles übrige wurden zurückgelassen so auch Ersatzschuhe. Beim ersten kentern ging mein Mann über Bord, er tauchte ab, und auch wieder auf, was nicht wieder auftauchte war ein Schuh. Trotz mehrer Tauchversuche wurde der Schuh nicht wieder gefunden. Die Folge war das er von nun an auf einer Socke und mit einem Schuh herum lief. Auf dem Boot war das kein Problem, auf dem steinigen und staubigen Boden schon. Sobald wir in die Nähe eines Dorfes kamen schwärmten wir aus um Schuhe zu kaufen. Schuhe ansich gab es schon aber nicht in Schuhgröße 45. So blieb ihm nichts anderes übrig als mit einem Schuh und einer Socke eine Woche lang durch Portugal zu wandern.
Verfasser: Hildegard Schulz
03.12.2010 14:46
Bewertung: 3.1/5 (320 Stimmen)
schuhe und meine körpergrösse....immer noch ein problem. seit meinem 16. lebensjahr ziehe ich sehr gern hohe schuhe an. mein problem ist meine grösse. damals sehr gross, heute normal. mittlerweile bin ich 50 jahre. die männer in meinem alter sind meistens gerade so gross, wie ich. es hindert mich daran, einen hohen schuh anzuziehen. meine haltung mit einem hohem schuh ist wesentlich besser, gerade. es gibt einer frau so etwas wie stolz. man muss keinen krummen rücken machen.
ich habe es bis heute nicht gelernt, auf einen mann herabzuschauen. nur , wenn ich ohne mann ausgehe,trage ich diese tollen schuhe.ich beneide jede frau, die solch schöne schuhe tragen kann. schuhe waren in meinem leben schon immer ein thema.
Verfasser: s.zeiner
07.11.2010 17:36
Bewertung: 3.0/5 (340 Stimmen)
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